Wie wirre Diktatoren der Wirtschaft schaden
- manfredschumi

- vor 1 Tag
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Versuchen wir einmal, eine "Sündenliste" aufzustellen über die Folgen des Wahnwitzes, den wirre Diktatoren mit ihren Kriegen in letzter Zeit angerichtet haben. Das sorgt dafür, dass es mit der Wirtschaft überall unaufhaltsam abwärts geht. Die Gründe: An erster Stelle stehen die höheren Energiepreise, die weltweit bei Betrieben und Verbrauchern gleichermaßen ankommen. In großen Teilen Asiens geht sogar das Öl aus, was zu Stillständen bei Verkehr und in der Produktion führt. Steigende Transport- und Versicherungskosten als Folge der Sperre der Straße von Hormuz führen zu längeren Lieferzeiten und Verzögerungen in vielen Betrieben und in Folge zu einer Störung der Logistik. Bei gewissen Rohstoffen treten bereits Engpässe auf, was zu Lieferausfällen führen wird.
Die Kunden bezahlen diesen Irrsinn entweder mit höheren Preisen oder sie zahlen gar nicht, indem sie nichts mehr bestellen. Das führt in weiteren Folge zu Jobabbau, Pleiten und insgesamt wohl rezessiven Tendenzen in der Wirtschaft. Dazu passt, dass der Diktator im Weißen Haus weiter lustig neue Zölle erfindet, obwohl ihm das Höchstgericht diese erst vor kurzem verboten hat. Applaus wird er vor allem von seinem Freund in Moskau bekommen, der sich wohl diebisch freut, dass "der Westen" gerade wirtschaftlichen Harakiri macht.

Er selber hat das in seinem Land schon längst instrumentalisiert. Nach vier Jahren Ukraine-Krieg steht fest, dass Russland trotz Milliarden-Einnahmen für seine Rohstoffe wirtschaftlich ruiniert ist. IT-Spezialisten und Unternehmer aus dem Ausland haben das Land schon lange verlassen. Mittlerweile hat sogar die Kreml-treue Oberschicht entdeckt, dass etwas faul ist im früheren Zarenreich. Und dass obwohl auch die inzwischen vom Internet abgeschnitten wurden. Denn außer der Kriegsproduktion gibt es keinen Wirtschaftszweig, der irgendetwas Herzeigbares herstellt. Technologie müssen in China gekauft werden, die dafür aber kein Know How hergeben und billig russische Energie einkaufen. Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in Russland wird täglich größer. Tausende sterben jede Woche an der Front. Wenn man zynisch ist, könnte man noch hinzufügen, dass ein Kriegsende noch ein viel Größeres Problem aufwerfen würde: Was macht man mit Hunderttausenden (Ex-) Soldaten, die teils verwundet, teils psychisch belastet heimkehren und keine Arbeit haben?
Seinen Beitrag zu höheren Energiepreisen für die Welt hat Russlands Diktator schon geleistet. Mittlerweile glaubt außer Putin selbst kaum jemand, dass er den Krieg auf dem Schlachtfeld "gewinnen" kann. Seine größte Hoffnung, dass sein Freund Trump der Ukraine einen Diktatfrieden aufzwingt, hat sich in der Wüste Irans in Staub aufgelöst. Es gibt natürlich noch weiteren Diktatoren, die um der Macht Willen bereit sind, alles zu opfern. Der Vielvölkerstaat Iran mit fast hundert Millionen Menschen (Perser, Aseris, Kurden und andere) wird von einer Schicht von etwa 10-15% der Bevölkerung terrorisiert, die in schicken Klamotten herumlaufen, ihre Kinder im Ausland studieren lassen und ihr Geld in Steueroasen bunkern. Dass sich diese Leute "Revolutionsgarden" nennen, ist wohl ein Treppenwitz der Geschichte. Ihnen und ihren Familien gehören die größten Unternehmen im Lande, während es der Masse der Bevölkerung wirtschaftlich so schlecht geht wie noch nie und keine Besserung in Sicht ist.
Bezeichnend ist, dass die chinesische Regierung, die ansonsten mit religiösen Fanatikern wohl wenig am Hut hat, den Vermittler zwischen den iranischen Mullahs und Trump spielen will. Denn das totalitäre Regime in Peking, dass mit Arbeitskräftemangel, einer massiven Überalterung der eigenen Bevölkerung und schrumpfenden Wachstumszahlen kämpft, ist vom Lieferausfall des iranischen Öls (80% der Exporte gehen normalerweise nach China) massiv betroffen. Wenigstens hat man dort verstanden, dass es gilt, den ökonomischen Schaden zu begrenzen, und pfeift auf politische Ideologie.
Das Problem von totalitären Regimen ist, dass sie nicht abgewählt werden können, auch wenn sie noch so großen Unsinn anrichten. Zu welcher Sorte die USA gehören, wird noch zu klären sein. Dass Demokratien funktionieren, hat man vor kurzem in Ungarn gesehen. Dort hat sich Viktor Orban jahrelang ebenfalls so aufgeführt, als ob ihm das Land gehöre, und seine Entourage hat sich unrechtmäßig bereichert (wie es auch Verwandte und Freunde von Trump tun...). Zum Glück ist die Mehrheit im Land rechtzeitig aufgewacht und durfte ihren Unmut an der Wahlurne ausdrücken. Ob dies in den USA auch noch möglich ist, werden wir im Herbst bei den Midterm-Elections zu sehen bekommen.




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