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Das Beste aus dem heurigen "Sommerloch"

Früher nannte man es die "Saure-Gurken-Zeit", heutzutage spricht man vom Sommerloch. Es ist die Zeit, in der sich urlaubsbedingt wenig tut und daher Mickey-Mouse-Geschichten von den Medien (und den sogenannten sozialen Plattformen...) aufgeblasen werden und sich oft sogar tagelang in den Schlagzeilen halten. Manche dieser oft skurrilen, manchmal aber nur faden Sommerthemen tauchen mittlerweile regelmäßig jedes Jahr auf ("Babler unter Druck", "Kickl legt in Umfragen zu").


Die wahre Geschichte über das sommerloch

Mit seinem Sager zu Frauenarbeit und Kindererziehung hat es aber Kanzler Stocker heuer geschafft, in der Hitliste der Sommerthemen ganz oben aufzuscheinen. Auch die alljährliche Diskussion über eine Pensionsreform, die es von dieser Regierung nie geben wird, dauerte einige Tage an. Das ist kein österreichisches Phänomen. Unsere deutschen Nachbarn echauffierten sich eine Woche lang darüber, wie lange ihr Regierungschef Urlaub macht und warum er niemandem sagte, wo er ist. In der Regel verschwinden die Sommer-Dauerbrenner, sobald die Nachrichtenlage wieder ernster wird.


Vorher kommen in Interviews endlich jene zur Wort, die sonst zu unbedeutend sind. Diverse Staatssekretäre dürfen endlich was sagen, Landeshauptleute kommen auch in überregionalen Medien vor. Natürlich fordert jemand erneut eine Vermögenssteuer. Endlich wird Matthias Strolz (der von den Neos...) wieder interviewt und sagt Sätze, die keiner versteht. Nicht fehlen dürfen natürlich diverse Wohlfühl-Geschichten mit und über Sebastian Kurz, dem Leider-Nicht-mehr-Kanzler und jetzt von einigen gehypter medialer BUAZ (Bester Unternehmer aller Zeiten). Er sehnt sich nach einer Koalition mit dem Orban-Freund und Putin-Versteher Herbert Kickl zurück. Dessen deutsche Freundin Alice Weidel von der AfD will übrigens aus dem Euro und aus Schengen austreten. Das zeugt von einer wirtschaftspolitischen Ahnungslosigkeit, die sogar Donald Trump übertrifft.


Das ist jener US-Präsident - und das ist ausnahmsweise kein Sommerloch-Thema - der es in knapp zwei Jahren Amtszeit geschafft hat, die gesamte Welt in politische Dauerkonflikte und an den Rand einer großen Wirtschaftskrise zu führen. Die Energiepreise und die Inflation sind in unangenehme Höhen geschossen, seltsame und großteils illegale Zölle killen Handel und Wachstum. Grönland, Kuba und Venezuela wurden (noch) nicht erobert. Dafür stecken die USA in einem Dauerkrieg mit dem korrupten und menschenverachtenden Mullah-Regime im Iran, das sich trotzdem ermutigt fühlt, weiter Raketen auf Nachbarstaaten zu schießen.

Daneben bereichert sich der gesamte Trump-Clan ungeniert mit Milliarden, indem die Position des Präsidenten bei "Geschäften" aller Art ausgenützt wird.


Angesichts dieser tristen Dauer-Realität sehnen wir fast schon zurück an all die harmlosen Sommer-Loch-Themen. Ich ertappte mich unlängst dabei, bei sommerlicher 40-Grad Hitze am See zu liegen und davon zu träumen, dass ein Krokodil in der seichten Donau auftaucht und Österreichs Politiker ihre Urlaubsfotos posten. Dann wäre die Welt zwar noch immer nicht in Ordnung, weil täglich etwa in der Ukraine, im Gaza-Streifen und im Libanon Menschen im Krieg sterben. Man kann sich leider kaum dagegen wehren, dass wir abstumpfen gegen die täglichen Meldungen über die Grausamkeiten in dieser Welt. Dagegen hilft auch das schönste Sommerloch nicht.


 
 
 

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